Funktionsweise
Die Alarmierungsdaten werden direkt von den
Einsatzleitsystemen der Organisationen in die Funkrufzentrale vom digitalen
Pagernetz übertragen, jede Organisation alarmiert sich also weiterhin selbst.
In der Funkrufzentrale werden die Alarmierungsdaten nach Prioritäten gereiht,
zur Satellitenübertragung vorbereitet und mittels eigenem Satellitenuplink zum
Telekommunikationssatelliten Eurobird gesendet. Der Satellit sendet die
Alarmdaten wieder runter zu den landesweit installierten Basisstationen
(=Alarmumsetzer) und werden von diesen lokal und synchron zueinander am 2m-Band
ausgesendet. Zusätzlich zu den Alarmierungsdaten wird in regelmäßigen Abständen
ein Referenzsignal gesendet - dieses Signal empfangen regelmäßig alle Pager,
wodurch erkannt wird, dass sich der Pager im funkversorgtem Bereich befindet.
Sollte ein Pager das Referenzsignal nicht mehr empfangen, macht er optisch und
akustisch den Besitzer darauf aufmerksam, dass er nun keine Pagerrufe mehr
empfangen wird (z.B. bei einer Autofahrt über die Landesgrenze).
Verglichen mit Alarmierungslösungen in anderen Ländern und Bundesländern, ist die digitale Alarmierung
in Niederösterreich mit Abstand die schnellste und innovativste - sowohl von
der Geschwindigkeit, als auch von der Möglichkeit auch eine große Menge an
Pagern immer landesweit und gleichzeitig alarmieren zu können. Vergleichbare
Schwesternetze, mit welchen wir auch regelmäßig in Kontakt stehen und
gemeinsame Weiterentwicklungen realisieren, befinden sich in Australien,
Deutschland und der Schweiz.
Da das Alarmierungsnetz in Niederösterreich zwar eine
sehr neue Technik ist, gleichzeitig aber bereits seit 2005 für die
Rettungsdienste in Betrieb ist, steht nun ab 2012 auch der Feuerwehr ein bereits bestens
erprobtes, ausgiebig getestetes und hochverfügbares Alarmierungsnetz zur
Verfügung.

Alarmierungsablauf
Die über das Einsatzleitsystem (oder mittels der Weboberfläche, dem XML-Interface oder vom Habimat) erzeugten Alarmmeldungen werden in die Alarmzentrale übertragen.
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oder
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Bereits bei der Entgegennahme der Meldung im Zugangssystem wird in verschiedenen Sicherheitsstufen überprüft, ob z.B. der Absender berechtigt ist eine Alarmmeldung zu schicken, ob alle Teilnehmer in der Datenbank vorhanden sind, usw. Anschliessend werden die Meldungen an den Satelliten Netzwerk Controller weitergegeben, welcher die Meldungen in ein Datenformat für die Satellitenübertragung umwandelt.

Sobald die Daten zum Versand vorbereitet und in das Satellitenprotokoll gepackt wurden, werden diese mittels eigenem Uplink zum Satelliten (Eurobird) gesendet. Aus Sicherheitsgründen befindet sich ein Uplink in Tulln und ein vollwertiger weiterer Uplink an Samstagern (Schweiz), welcher im Redundanzbetrieb sofort die Last übernehmen kann.

Der Satellit empfängt das Datenpaket und sendet es mittels Downlink wieder zurück an die Erde, welches nun gleichzeitig von allen Parabolspiegeln empfangen und an die Basisstation weiter gegeben wird. Gleichzeitig wird mittels eines beim Uplink stationierten Control-Downlinks das empfangene Datenpaket auf Richtigkeit überprüft, sollten die ausgesendeten Daten nicht zu exakt 100% wieder empfangen worden sein, werden diese wiederholt zum Satelliten gesendet.
Die über das Land verteilten Basistationen empfangen alle "gleichzeitig" das Datenpaket, entpacken es, berechnen je Standort die Zeitkorrektur zum Satelliten (im Millisekundenbereich) und senden den Alarm im POCSAG-Format über Antennen im 2m-Band synchron zueinander zu den Meldeempfängern (Pager, Lichtsteuerungen, Sirenensteuerempfänger, usw.).
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Die Monitorstationen sind spezielle Empfänger und überwachen das gesamte Alarmierungsnetz. Die Alarmzentrale schickt regelmässig einen Status-Request über den Satelliten an alle Basisstationen, diese senden dann ihre aktuelle Zustandsinformationen (Netz- oder Notstromversorgung, Antennenfehler, usw.) an die Monitorstationen. Die geloggten Informationen werden in den Monitorstationen zwischengespeichert und über IP-Anbindungen laufend abgefragt und ausgewertet.

Alle Eingabestellen wie Einsatzleitsysteme und Webalarmierungsoberflächen kommunizieren direkt mit der Alarmzentrale über redundante Datenleitungen (IP-Netze), bei Ausfall der Datenleitungen stehen davon unabhängige ISDN-Anschlüsse als Redundanz zur Verfügung.
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Bei der Planung der Standorte wurde eine Überlappung der Ausleuchtzonen der jeweiligen Basisstationen berücksichtigt, sodass bei lokalen Ausfällen eines Senderstandortes die Alarmierung über die Nachbarsender möglich ist. Dadurch wird die Alarmierungssicherheit erhöht, selbst wenn einzelne Alarmierungsstandorte einen Totalausfall haben sollten.

Der Einsatz von mehreren getrennten Netzsystemen in der Alarmzentrale sowie der redundaten Ausführung aller System bei den Servern, Satellitenmodems, Master-Slave und Slave-Master Betrieb usw. macht die Alarmierung katastrophensicher. Unabhängig zu den redundanten IP- und ISDN-Backupanbindungen ist auch eine gebäudeinterne Direktleitung zwischen Landeswarnzentrale und Alarmzentrale realisiert.

Alle Netzwerkkomponenten in der Alarmzentrale, die gesamte Hardware (und natürlich auch die Software) sowie die Datenleitungen sind mehrfach redundant ausgeführt. Damit kann auch beim Ausfall von Teilsystemen die Alarmierung aufrecht erhalten werden. Alle relevanten Komponenten laufen hot-standy und können im Störungsfall sofort vie volle Alarmierungslast übernehmen.

Ebenso gibt es zwei voneinander unabhängige Uplink zum Satelliten, welche an verschiedenen Orten stationiert und gegenseitig ausgekreuzt sind. Im Störungsfall wird automatisch auf den redundanten Uplink umgeschaltet. Wie bereits erwähnt befindet sich der Master-Uplink in Tulln (Landeswarnzentrale)und der Backup-Uplink in Samstagern (Schweiz). Bei Bedarf könnte auch ein Transponder direkt im Teleport von Satlynx aufgeschalten werden, dies war bis dato jedoch nicht notwendig.

Uplink-Tulln Satlynx-Teleport Uplink-Samstagern
Falls - wider Erwarten - der Satellit ausfallen oder von der Umlaufbahn abweichen sollte, wird durch den Betreiber Eutelsat ein anderer Satellit an die geostationäre Position gebracht. Das Signal wird auf einen anderen Transponder umgeschwenkt und mit der gleichen Frequenz als vom ursprünglichen Satelliten ausgesendet.




