Mobiler SAT-Link

Der mobile SAT-Link (technisch möglich aber derzeit nicht realisiert) ermöglicht eine von terrestrischen Netzen unabhängige und jederzeit verfügbare Daten- und Sprachkommunikation über einen geostationären Satelliten. Das System wurde speziell für die besonderen Bedürfnisse von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zur Einsatzkommunikation entwickelt. Der mobile SAT-Link kann, nachdem er vor Ort gebracht wurde, an jedem beliebigen Ort in Europa in wenigen Minuten zu jeder Tages- oder Nachtzeit in Betrieb genommen werden. Durch spezielle Schulung und eigene Entwicklungen von NOTRUF NÖ kann der mobile SAT-Link auch herstellerunabhängig aufgestellt, zum Satelliten ausgerichtet und in Betrieb genommen werden.

Somit erhalten zum Beispiel mobile Leitstellen nicht nur für Großschadenslagen, sondern auch für den Standardeinsatz eine Datenanbindung mit bis zu 1 Mbit/s (Tarifabhängig) an die Leitstelle sowie an das Einsatzleitsystem. Der mobile SAT-Link ermöglicht somit erstmals abgesetzte, mobile Leitstellenarbeitsplätze mit voller Funktionalität, die jederzeit mit dem Einsatzleitsystem verbunden sind. Diese innovative Lösung ist stationär für die Redundanz von Kommunikationswegen zwischen verschiedenen Leitstellen sowie in Gebieten mit nicht vorhandener oder zerstörter Infrastruktur einsetzbar.

Wird der mobile SAT-Link mit einer Pagernetz-Basisstation verbunden, kann in jedem Gebiet (anderes Bundesland in Österreich bzw. andere Länder in Europa) sofort ein Inselbetrieb für eine Pageralarmierung in Betrieb genommen werden. Derzeit besteht die Überlegung, den mobilen SAT-Link bereits auch für den zukünftigen Tetra-Digitalfunk mit einzuplanen, da damit die Kommunikation via Satellit ja in beide Richtungen (Up- und Downlink) möglich ist und somit die Daten der Tetra-Basisstationen übertragen werden können. Der grosse Vorteil wäre hier, dass eine gesamte mobile Einheit "Kommunikation" vor Ort gebracht werden kann. Die mobile Einheit kann als Aufbau auf Sonderfahrzeugen sowohl am Landweg vor Ort gebracht werden, als auch in kompakter Containerform eingeflogen werden.
Die derzeitigen Überlegungen bieten folgende technische Möglichkeiten der mobilen Einheit "Kommunikation":
- mobiler SAT-Link (Up- und Downlink) mit Breitband-Anbindung
- mobile Pagernetz-Basisstation (zur Alarmierung)
- mobile Tetra-Basisstation (für digitalen Sprechfunk sowie Datenübertragung)
- mobile Internetanbindung
- über gesicherte VPN-Verbindungen Vollzugriff auf Einsatzleitsystem, Intranet, usw. von Leitstellen, Behörden, usw.
- mittels Akkubetrieb sowie Notstromaggregat ist auch ein Betrieb ohne vorhandene Infrastruktur möglich
Funktionsweise
Der mobile SAT-Link reserviert für jeden Nutzer einen zeitlich und volumenmäßig unbegrenzten Datenkanal (Flatrate) mit einer tarifabhängigen Bandbreite. Für die Option Telefonie (Minutenabhängiger Tarif) besitzen das mobile Terminal (VSAT-M) sowie das stationäre Terminal (VSAT-S) zwei analoge Ports bzw. ISDN-Anschlüsse. Die Telefonieübertragung erfolgt per Voice-over-IP (VoIP). Zur Verbesserung des Duplex-Sprechverhaltens – bedingt durch die Verzögerungszeit der Satellitenverbindung – können die Telefonie-Daten an der Bodenstation ausgekoppelt und über eine gesicherte Verbindung (VPN) über das Internet zur Leitstelle geführt werden.
Option Video: Abhängig von der zur Verfügung stehenden Bandbreite ermöglicht SatLink-BOS auch die Übertragung von Videobildern von der Einsatzstelle zum Beispiel ins Lagezentrum.
Sicher und Wirtschaftlich
Durch die absolut autarken Kommunikationswege stellt der mobile SAT-Link nicht nur die geeignete Lösung dar, wenn andere Netze nicht mehr verfügbar sind. Es ermöglicht auch wirtschaftliche Redundanzkonzepte zwischen Leitstellen, mobilen Leitstellen sowie dem Schadensraum und neue, an der Einsatzstelle bisher nicht realisierbare Dienste.
Leistungsmerkmale vom mobilen SAT-Link
- Datenübertragung zwischen mobiler Leitstelle und Leitstelle
- Anbindung an das Einsatzleitsytsem
- Übertragung der Alarmierungsdaten für das Pagernetz
- Datenübertragung von/zu Tetra-Basisstationen
- Telefonie über VoIP für analoge und ISDN-Telefone
- Internetzugriff
- Über gesicherte VPN-Verbindungen Zugriff auf lokale LAN´s und Intranet der Leitstelle
- Bild- und Videoübertragung von/zu der Einsatzstelle
