» Informationen

Entstehung der digitalen Alarmierung in Ostösterreich

Im Jahr 2004 wurde in Niederösterreich der Grundstein einer neuen Alarmierungslösung gelegt, welche vollkommen unabhängig von der öffentlichen Infrastruktur, als auch von derzeitigen und zukünftigen Funksystemen funktionieren soll. NOTRUF NÖ wurde mit der Planung eines entsprechenden Alarmierungsnetzes für die Rettungsdienste beauftragt, ab diesem Zeitpunkt gab es intensive Planungsarbeiten zur Ausarbeitung verschiedener Lösungsmöglichkeiten, unterschiedliche Techniken verschiedener Lieferanten wurden untersucht. Immer mehr stellte sich die Satellitenvariante als innovative, rasche sowie gesicherte Alarmierung als zukunftsweisende Alarmierungsmöglichkeit heraus - einerseits zur Verwendung im täglichen Einsatzgeschehen, sowie andererseits auch zur raschen und vor allem gleichzeitigen Alarmierung vieler Ressourcen im Großschadensfall. Da sich SMS nach wie vor nicht für eine hochverfügbare und zeitkritische Alarmierung eignet (sämtliche Mobilfunkanbieter distanzieren sich davon, dass die SMS immer und überall zu jeder Zeit ankommen), haben sich immer mehr Rettungsdienste in Niederösterreich und Wien der digitalen Alarmierung angeschlossen. Seit 2012 wird die digitale Alarmierung nun auch bei den Feuerwehren in Niederösterreich ermöglicht.

Die Übertragung der Alarmierungsdaten über Satellit bietet zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Lösungen mit Richtfunkstrecken oder ähnlichem: Die Alarmdaten können rasch und vor allem gleichzeitig an alle Basisstationen (=Alarmumsetzer) in ganz Niederösterreich übertragen werden, was den Vorteil eines synchronen Netzbetriebes zur Folge hat. Dadurch können alle Alarmdaten jeweils immer landesweit und gleichzeitig ausgesendet werden, die Alarmierung wird dadurch schneller und effizienter, ohne dass sich dadurch Rufe überlagern oder gegenseitig auslöschen können. Dabei ist es auch nicht mehr von Relevanz, ob es sich um einen Alarm an einen einzigen Pager, an ganze Alarmschleifen oder auch an alle Pager in ganz Niederösterreich handelt - die Alarmdaten benötigen immer gleich schnell und sind binnen weniger Sekunden am Pager - landesweit gleichzeitig!


Wer oder was ist pagernetz.at?

Das digitale Pagernetz ist das erste digitale Pagingnetz in Österreich, bei welchem die Alarmierungsdaten mittels hochverfügbaren Satellitenlink rasch, zeitgleich und direkt an die Basisstationen übertragen werden. Betreiber dieses innovativen Alarmierungsnetzes ist NOTRUF NÖ. Die steigende Mobilität der Bevölkerung sowie die Zentralisierung und Professionalität der Notrufzentralen verändern die Anforderungen an die Alarmierungssysteme laufend. Systeme für dieses Umfeld müssen sicher und anpassungsfähig zugleich sein. Als Protokoll wird der POCSAG-Code verwendet.

Vorteile ergeben sich auch beim Aufbau, Erweiterungen und dem Betrieb des Pagingnetzes:

 

Kostenersparnis und Sicherheit bei der Alarmierung

Alarmierungen via SMS Kosten sehr viel Geld und sind unsicher. Analoge Alarmierungen hingegen sind sehr langsam, vor allem wenn mehrere Bereiche gleichzeitig alarmiert werden müssen. Das digitale Pagernetz eignet sich für die Einsatzorganisationen optimal zur günstigen Alarmierung des alltäglichen Einsatzgeschehens und ist bestens gerüstet auch zur Massenalarmierung bei Großschadensereignissen.

Sowohl beim Aufbau des Netzes (es müssen keine zusätzlichen Zubringer wie Richtfunkstrecken angeschafft und später gewartet werden), als auch beim Betrieb (geringe Wartungskosten der Basisstationen aufgrund der Modulbauweise), zeichnet sich auch das Netz mit seiner Wirtschaftlichkeit aus. NOTRUF NÖ macht eigenständig alles selbst und aus einer Hand - sowohl die Netzplanung, Entwicklung als auch sämtliche Behördenwege und Abklärungen mit den Standortbesitzern. Ebenfalls baut NOTRUF NÖ das Netz selbst auf und je nach Anforderungen immer wieder weiter aus, konfiguriert und nimmt die Basisstationen On Air. Abschliessende Testfahrten und Einbindung neuer Basisstationen an die Monitorstationen zur Überwachung des Netzes schließen jeweils eine Ausbauphase zur Netzerweiterung ab.

In periodischen Abständen wird das Netz von den Technikern von NOTRUF NÖ präventiv gewartet, bei Problemen wird eine Fehlerlokalisierung gemacht und - wenn keine Ferndiagnostik möglich - der Senderstandort angefahren und noch vor Ort wieder repariert. Sollten einzelne Bauteile nicht sofort vor Ort repariert werden können, wird das defekte Modul gegen ein neuwertiges getauscht und die am Servicenotebook gespeicherten Daten der ursprünglichen Konfiguration in das neue Modul eingespielt. Somit kann die Basisstation umgehend wieder in Betrieb genommen werden. Das defekte Modul (Netzgerät, SAT-Modul, Akku, Tx-Modul, usw.) wird zum Hersteller zur Reparatur geschickt kommt und binnen wenigen Tagen wieder an NOTRUF NÖ retour. Dadurch kann der Vorbehalt des notwendigen Ersatzteilpools gering gehalten werden, trotzdem steht sofort wieder ein neues Modul beim Austausch zur Verfügung. Alle Alarmierungsstandorte werden zentral in einer Datenbank verwaltet, wo von der Planung bis zur Inbetriebnahme und Störungsbehebung jeder einzelnen Basisstation jeder Schritt mit Datum genau dokumentiert ist. 

© pagernetz.at 2008