» Was ist Paging

Was ist überhaupt Paging?

Paging ist Broadcasting, d.h. es wird eine Nachricht gleichzeitig an eine unbegrenzte Anzahl Teilnehmer gesendet. Alle Teilnehmer die auf dieser Frequenz einen richtig eingestellten Empfänger haben, können somit gleichzeitig diese Nachricht empfangen, sobald sie sich im Versorgungsbereich der gesendeten Meldung befinden.


Warum gerade "Paging" - woher kommt dieser Begriff?

Der Begriff kommt aus der Hotelbranche und hat mit dem "Pagen" zu tun. Hotelgäste werden auch heute noch durch die Hotel-Pagen mittels Tafel und akustischem Signal auf eingegangene Nachrichten oder Telefone aufmerksam gemacht. Einen Pager kann man sich somit als seinen persönlichen "Hotel-Pagen" vorstellen. Klingt witzig, ist aber so.


Was ist der Unterschied zwischen analogem und digitalen Paging?

Das analoge System basiert auf wenigen Frequenzen. Die Frequenzfolge oder auch Tonfolge genannt (z.B. 5-Ton) wird durch den Empfänger empfangen und ausgewertet. Das
digitale System basiert auf einer Grundfrequenz. Auf dieser Frequenz wird ein Code gesendet, der vom Empfänger ausgewertet wird. Dabei gibt es verschiedene Codes (POCSAG, Ermes, Flex). Bei unserem digitalen Pagernetz wird für die professionelle Alarmierung der POCSAG-Code verwendet.


Was heißt POCSAG?

POCSAG ist die Abkürzung für Postal Office Code Standardisation Adversory Group und bedeutet im Grunde nichts anderes, dass dies ein spezieller Code ist, welcher von dieser Gruppe definiert wurde. Der POCSAG Code ist ein digitaler Code und ist weltweit der meist verwendete Code bei digitalen Pagernetzen.


Was ist ein RIC?

Alle renden immer von einem oder mehreren RIC, was ist das überhaupt? RIC ist die Abkürzung für Radio Identification Code. Ein RIC ist eine eindeutige Rufadresse, welche ermöglicht, eine bestimmte Gruppe von Pagern oder einen einzelnen Pager zu alarmieren. Mit dem RIC können in unserem digitalen Pagernetz nicht nur die Pager ausgelöst werden, sondern es werden damit auch Prioritäten bei der Rufaussendung gesteuert.


Wo liegen die größten Unterschiede zwischen analoger 5-Ton-Alarmierung und digitaler POCSAG-Alarmierung?

Der größte Unterschied ist die Sendezeit. Während beim 5-Ton die Alarmierungstöne für die Rufadressenbildung in Echtzeit versendet werden und danach die Sprachdurchsage folgt (Dauer >5sec, meistens ~30sec.), so werden bei der POCSAG-Alarmierung "nur" zwei Datenpakete versandt. Dies hat zur Folge, dass bei der Übertragung die Sprachdurchsage wegfällt und auch höhere Reichweiten und bessere Werte bei der Gebäudedurchdringung erreicht werden, was somit die Alarmierung nicht nur um vieles rascher macht, sondern vor allem auch sicherer!


Wo liegt der Unterschied zwischen Alarmierung und Benachrichtigung?


Alarmierung ist über ein eigenständiges, überwachtes Netz in einer fest definierbaren Zeit auf allen Empfangsgeräten empfangbar. Eine Benachrichtigung hingegen wird über vorhandene öffentliche Massenmedien gesendet (GSM, UMTS, Email, Fax, usw.). Beim Pagernetz selbst wird zwischen einer Alarmierung, einer Mitteilung und einer Information (also einem Newsletter) unterschieden.


Warum nicht über SMS alarmieren?

Nach wie vor gibt kein Mobilfunkbetreiber die Sicherheit, dass die SMS überhaupt bzw. nicht zeitverzögert beim Endgerät ankommen. Nicht nur das bekannte "Silvesterphänomen" sei hier genannt, auch andere Ereignisse wie Stromausfälle, Überlastungen aufgrund Verkehrsstau, kleine lokale Ereignisse wie Volksfeste, Sonntags-Fußballspiele, usw. Die Erfahrung der jüngsten Vergangenheit hat auch gezeigt, dass selbst "Votings" in TV-Sendungen zu Überlastungen in Mobilfunknetzen bei der Sprache als auch der SMS-Übertragung führt.
Aus diesem Grund gilt weiterhin: eine gesicherte und verantwortungsvolle Alarmierung für BOS-Dienste kann nur über ein unabhängiges und hochverfügbares Alarmierungsnetz stattfinden.

Eine SMS ist maximal als "zusätlziche Einsatzinformation" zu sehen - in einem 
umfassenden Positionspapier der GSM Association (weltweite Vereinigung der Mobilfunkanbieter, welche mehr als 620 Anbieter vertritt), wird tiefgreifend über das Verhalten von Mobilfunknetzen bei "Unfällen und Dringlichkeiten" Stellung genommen.

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